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Nordische Stimmung mit ECK-Trio
Zum 27.09.26 hatte der Kulturförderkreis mal wieder das ECK-Trio eingeladen, um
mit Elisabeth Krauß an der Violine, der Cellistin Katharina Barany sowie der
nicht nur in Petershausen so präsenten und beliebten Musikerin Anna Winkler-Nam
am Flügel das Publikum in nordische Stimmungen zu versetzen.

Karl
Kühbandner führte mit kurzen Erklärungen über die einzelnen Kompositionen und
ihre Interpretinnen durch das Programm. Mit dem Klaviertrio "Lovisa" von Jean
Sibelius begann der Abend. Die Abwechslung zwischen harmonischem Gesamtklang und
dem der herausragenden Einzelinstrumente mit warmem, charakteristischem
Cello-Klang, brillierenden Violintönen und der immer wieder Impuls gebenden
Führung durch das Klavier faszinierten nicht nur hier. Spannend, diese
Abwechslung, als ob der Taktstock immer wieder weitergegeben würde, um sich dann
auch wieder als Gesamtklang in großer Einigkeit zu finden.
Mit Edvard Grieg wurde die Musik melancholischer, nicht nur im Trio vor der Pause, sondern auch danach beim Notturno für Klavier solo von Anna Nam mit den lyrischen Stücken. Immer wieder wurde Spannung aufgebaut, um dann in wunderbar traumähnlicher Stimmung zu münden.
Drei finnische Tangos waren von Unto Mononen während der Besatzung Finnlands durch die Sowjetunion zwischen 1939 und 1944 mit dem "Winterkrieg" geschrieben worden, und zwar für zwei Klaviere. Das Duo Favonio, als das Katharina Barany und Elisabeth Krauß auch auftreten, haben sie nun für Geige und Cello arrangiert: Ihre Musik überzeugte mit melancholischen Harmonien und frechen Dissonanzen, gestrichen und gezupft, zeigte Wut, Verzweiflung und Hoffnung.
Als Letztes kam noch das Klaviertrio von Rebecca Clarke zu Gehör. Obwohl geborene Britin und spätere US-Amerikanerin, schreibt die Bratschistin durchaus doch in der skandinavischen Kammermusik-Tradition, wie sich Karl Kühbandner ausdrückte. Er beschrieb die Musik so: "Große musikalische Ausdruckskraft, immer wieder zur Einheit verschmelzend, aber mit moderneren Harmonien als bei den skandinavischen Komponisten." Mir kam es vor, als wollte Rebecca Clarke eine Geschichte mit vielen Hochs und Tiefs erzählt haben. Welche, das bleibt ihr Geheimnis.
Mit zwei Zugaben, einem schwedischen Volkslied und Melodien aus Dänemark, wurde das Publikum verabschiedet. Schön, dass in Petershausen auch mal ein ganzer Abend mit - nahezu - zeitgenössischer Musik zu genießen war und wir mit doch recht ungewohnten Tönen in eine besondere Stimmung versetzt werden konnten. Und wunderbar, dass es drei so hervorragende Musikerinnen sind, die uns immer wieder mal mit ihren Vorstellungen und ihrem Können beglücken.
Von Christa Jürgensonn, 28.09.26
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