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KI überall
In der Online-Ausgabe von immer mehr Zeitungen findet man verschämt unter
manchen Beiträgen eine kleine Schaltfläche "Transparenzhinweise". Klickt man
darauf, so wird angezeigt: "Dieser Text wurde vollständig mittels künstlicher
Intelligenz erstellt." Manches liest sich dabei streckenweise wie ein Remake
eines Wikipedia-Beitrags - einige Sätze daraus hat man irgendwie und irgendwo
schon mal gelesen. Nicht immer werden in solchen Beiträgen die von der KI
benutzten Quellen offengelegt. Aber zugegebenermaßen liest sich der Text oft
flüssig, so, als wäre er von einem Menschen eingetippt worden.
Was ist ein LLM?
Für eine KI (Künstliche Intelligenz) verwendet man ein LLM (Large Language
Model, großes Sprachmodell), das während des Trainings zahlreiche Dokumente
statistisch auswertet und dann Benutzerfragen damit beantwortet. Bekannte
Sprachmodelle sind z.B. OpenAI GPT-5, Google Gemini, Meta LLaMA, Anthropics
Claude und xAI Grok.
Konsequenterweise fehlt solchen Veröffentlichungen allerdings eine Autoren-Angabe, und die Nennung der Generierung durch eine Künstliche Intelligenz erfolgt nicht ganz freiwillig: Laut EU-Recht und den Regeln der Bundesnetzagentur für KI-Systeme müssen Anbieter und Betreiber besondere Transparenzanforderungen erfüllen. Der Großteil zielt darauf ab, den Einsatz eines KI-Systems offenzulegen. Dazu gehören u.a. Systeme zur Erzeugung von Text-, Bild-, Ton- und Videoinhalten.
Oft dient die KI auch "nur" dazu, eine erste Rohfassung eines Textes zu erstellen, die dann von einem Menschen kontrolliert und eventuell überarbeitet wird. Das scheint inzwischen auch bei Klassenarbeiten und sogar wissenschaftlichen Veröffentlichungen recht beliebt zu sein, ohne dass klar wird, welchen Anteil die KI und welchen ein Mensch dabei hatte.
Es gab zeitweise auch Versuche in Petershausen und anderswo, aktuelle Themen als Podcast aufzugreifen. Die Themen wurden dabei aktuellen, öffentlich zugänglichen Online-Publikationen entnommen und, vollständig von einer KI aufbereitet, als weibliche und männliche Stimmen vorgetragen. Die Generierung durch eine KI war hier allerdings für Außenstehende nicht ohne weiteres erkennbar.
Zudem erlauben auch viele Dienste wie Google, Bing oder Startpage, ihnen im KI-Modus eine Frage als Klartext-Eingabe zu stellen, wie etwa "Wer war 2020 Bürgermeister in Petershausen?", und das geht weit über die Fähigkeiten einer reinen Suchmaschine hinaus, die primär nach dem Vorhandensein der eingegebenen Worte auf Webseiten sucht.
Ein paar Probleme gibt es dabei allerdings:
Immerhin ist eines klar: Autorinnen und Autoren beispielsweise von Nachrichtenmedien werden durch KI nicht überflüssig. KI kann nur mit existenten Daten trainiert werden. Neue Inhalte wie etwa ein Interview mit dem neuen Bürgermeister von Petershausen oder ein Bericht von der Jahreshauptversammlung eines Vereins kann sie nicht erfinden.
Von Herwig Feichtinger, 11.03.26
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