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Die Energiewende lahmt
Brauchen wir die von uns verursachte Klimaerwärmung einfach nur zu ignorieren, und dann gibt es keine weiteren Unwetter-Steigerungen mehr? Dürfen wir SUV fahren so viel wie wir möchten, endlos Kreuzfahrten machen und sonstige fossile Energien verschwenden, wie es uns gerade so in den Sinn kommt? - Leider nicht. Aber wir sollten zur Kenntnis nehmen, dass die meisten Menschen so denken. Warum? Und warum kommt die Energiewende nicht so schnell voran, wie es notwendig wäre?

Denn dass es langsam höchste Zeit wird, der vom Menschen verursachten Klimaerwärmung drastisch gegenzusteuern, zeigen uns die zunehmenden Naturkatastrophen (Dauerregen, Überschwemmungen, schwere Wirbelstürme und Monsun-Regen, Dürre-Katastrohen, extreme Wald- und Buschbrände, Erdrutsche, sterbende Korallenriffe usw.), die weltweit in bisher nicht gekannter Stärke und von vielen Todesopfern begleitet den Menschen verstärkt das Leben schwer machen und auch bei uns in Deutschland die Versicherungs-Prämien hochschnellen lassen.

Wie wird die Welt in 50 Jahren aussehen, wenn bereits jetzt Menschen aufgrund erwärmungsbedingter Ernteausfälle verhungern? Waschküche, Klimahölle, Umweltwüste... mit Verteilungskriegen um den letzten Sack Weizen und Reis? Wollen wir so eine Welt unseren Kindern hinterlassen? Und das zusammen mit dicht gefüllten Film- und Bildarchiven voll schöner Nachweise, wie es früher einmal war und wie wir die letzten Ressourcen der Erde wider besseren Wissens verprasst und vergeudet haben? Man könnte sagen, der Gesellschaft fehle es einfach an Willenskraft, aber das trifft es nicht wirklich, es ist wohl doch etwas komplexer.

Was sollen wir tun?
Der Glaube an Autoritäten ist uns von Kindesbeinen an implementiert, also wartet jeder, dass irgendeine Autorität in der Qualität von liebenden Eltern, eines guten Monarchen oder eines fürsorglichen Bundeskanzlers in den Dingen der Umwelt und Energiegewinnung ein Machtwort spricht. Aber in der freien Gesellschaft kommt da nichts. Was größtenteils ein Segen ist, wird uns in diesem Zusammenhang zum Verhängnis: Von der Politik kann nichts kommen, denn die buhlt so populistisch wie möglich um die Gunst des Volkes, da sie wiedergewählt werden möchte (nach Möglichkeit mit absoluter Mehrheit, um komfortabel regieren und frei an Freunde verteilen zu können), und von Wirtschaft und Industrie erst recht nicht, da diese rein gewinnorientiert sich ungestört um den eigenen Profit kümmern müssen und wollen. Und beide hängen über das Diktat der Arbeitsplatzsicherung zusammen, ohne neue Wege zu wagen oder zumindest zu überprüfen. Was tun?

PVWir Bürger müssen erkennen, dass somit nur wir selbst die Energiewende voranbringen können, und zwar indem wir bei uns selbst ansetzen und mit dem Verzicht auf CO2-Erzeugung beginnen - sozusagen mit gutem Beispiel voran gehen. Das dürfen aber dann ruhig auch andere Menschen mitbekommen. Zuerst wird kaum jemand mitziehen, aber das gute Gefühl, auf der richtigen Seite zu stehen, könnten ansteckend sein, so dass die Alternativ-Gruppen immer größer werden. Und dann endlich... wenn das irgendwann später die meisten machen, dann erst werden Politik und Wirtschaft auch nachziehen und die passenden Wahlprogramme und Produkte anbieten.

Ist die Gesellschaft ökophob?
Die Frage ist also, wie gelingt uns das in einer Gesellschaft, die zu meinem Erstaunen zunehmend "ökophob" geworden ist? Anscheinend hat schon jeder einmal einen kleinen Verzicht der Umwelt zuliebe hingenommen, und meint, das es nun reicht... Das globale Problem der Klimaerwärmung überfordert  unsere kleinen menschlichen Gehirne, die noch aus der Steinzeit stammen und mit so gewaltigen Herausforderungen (dauerhafter Verzicht auf etwas Attraktives über den Tod hinaus, ohne deutlich sehen zu können, ob sich wirklich etwas ändert) niemals umzugehen gelernt haben.

Die meisten scheinen das aber zumindest irgendwie zu ahnen und verprassen jetzt erst recht, was eigentlich bewahrt werden sollte, man könnte ja sonst zu kurz kommen und von Umweltschutz-Pedanten seiner Rechte beschnitten werden. Und warum hintergehen Wirtschaftsbosse immer wieder die Bemühungen von Umweltgruppen und zahlen für die Verbreitung von beschwichtigenden "Fake-News" üppige Honorare, wo doch auch sie im gleichen Boot sitzen, in der gleichen Welt leben und auch Kinder haben?

Viel Geld für Fake News
Solche gefälschten pseudo-wissenschaftlichen Berichte, für die renommierte Wirtschaftskonzerne laut einem Artikel in der Süddeutschen Zeitung gern bis zu 20.000 Dollar zahlen, untergraben die redlichen Bemühungen der restlichen 99 % der Wissenschaftler, die die Dinge und Vorgänge so korrekt wie möglich und in der üblichen vorsichtigen wissenschaftlichen Wortwahl ("...es ist äußerst wahrscheinlich dass...") darzustellen versuchen; siehe hierzu z.B. Wikipedia über CO2 in der Erdatmosphäre.

Das restliche eine Prozent (also die gefälschten Artikel) entfalten aber eine erstaunliche Wirkung. Jeder Cent der in sie investiert wurde, scheint sich gelohnt zu haben, da die Menschen hier die Absolution erhalten, die sie auch gerne hören möchten, und so machen sie dieses eine Prozent zu ihrer Lieblingswahrheit: Die nervenden Umweltschützer irren, sie wollen nur wirtschaftlichen Schaden anrichten, man darf weiter hemmungslos produzieren, hoch leben Konsum und Wirtschaft.

E-AutoDie so entstehende ökophobe Haltung breitet sich gerne aus. Es wird salonfähig, sich eine dicke Haut überzustülpen und in der Öffentlichkeit absurde Aussagen zu treffen, bei denen Ursache und Wirkung weit auseinander liegen. Was sagte neulich der Herr Lindner von der FDP? "Ein Fahrverbot in den Städten für Dieselfahrzeuge würde einer Enteignung der Autofahrer gleichkommen." Wie bitte? Und..."Die Klage ist nichts wert, da sich ein Automobil-Unternehmen daran beteiligt, das keine Dieselfahrzeuge produziert..." Herr Lindner! Es geht um Luftverschmutzung, die die Stadtbewohner nachweisbar krank macht!

Umweltschutz macht Spaß!
Der Katastrophen-Nachrichten- Zusatz "... in bisher nie dagewesenem Maße.." wird sich immer öfter wiederholen. Erst wenn immer mehr Menschen durch Umweltkatastrophen umgekommen sind, wird die Politik viel zu spät und äußerst unzureichend (da die weltweite Bildungsmisere noch Jahrhunderte vorherrschen wird) reagieren. Und das, obwohl wir doch jetzt noch das Meiste retten könnten, was durchaus sogar Spaß machen könnte!

Denn: Umweltschutz kann auch viel Vergnügen bereiten! Kaufen Sie sich ein sparsames und trotzdem schnelles Hybrid-Auto oder ein leichtes Elektrofahrzeug mit vielen Innovationen (z.B. Sono Sion mit Solarzellen auf der Karosserie), ein wettergeschütztes Speed-E-Bike, nutzen Sie den ÖPNV (endlich keine Staus), ziehen Sie in ein Passivhaus oder dämmen Sie Ihr Haus richtig (endlich keine Überhitzung mehr im Sommer ohne nervige Klimaanlage), vermeiden Sie Plastikmüll... und bringen Sie Ihr Wissen unter die Leute! Die wirklich konservativen darunter (also nicht die Mehrzahl der Profitsüchtigen...) werden dann gerne mitmachen, Schöpfung, Artenvielfalt, gesunde Ernten und Natur zu bewahren.

Von Dietrich Lange, Energieforum Petershausen e.V., 10.09.17


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