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Soll Edeka im Zentrum bleiben?
Der Edeka-Markt in Petershausen möchte gerne an einen größeren Standort umziehen. In der Diskussion ist eine Ackerfläche an der Jetzendorfer- und Mitterfeldstraße. Die CSU veranstaltete am 16.02.16 einen Diskussionsabend zu diesem Thema. Das Interesse daran war so groß, dass der Platz im Ristorante Da Pino e Maria kaum ausreichte.

EdekaDabei wurden sehr unterschiedliche Ansichten deutlich. Bewohner von Gebieten westlich der Bahnlinie begrüßten naturgemäß einen neuen Supermarkt in ihrer Nähe. Jene aus entfernteren Orten und Ortsteilen erhofften sich bessere Parkmöglichkeiten. Andere sahen die schlechtere Erreichbarkeit durch die enge Bahnunterführung als Problem.

Auch der Gewerbeverein sieht den Verlust eines Kundenmagneten im Ortszentrum kritisch. In letzter Zeit haben mehrere Geschäfte in Petershausen zugemacht: Der Uhrmacher Triffterer und das Elektrogeschäft Keller & Murr sind 2015 weggezogen, das Schuhgeschäft Ziller ist schon seit Jahren zu. Ende März schließt nun auch das Mode-Eck. Gegen diesen Trend sucht der Edeka-Markt - jetzt etwa 1000 qm - seit Jahren einen Standort mit mindestens 1200 qm Verkaufsfläche, vor allem aber auch mit mehr Parkplätzen.

Der 1. und 2. Bürgermeister haben inzwischen auch Gespräche mit der Lebensmittelkette Penny, einer Rewe-Tochterfirma, als möglichem Nachmieter an der Münchner Straße geführt. Penny würde sich mit der dort vorhandenen Fläche zufrieden geben. Beschlossen und unterschrieben ist bisher zwar nichts, aber Penny will das Konzept bereits Ende Februar dem Gemeinderat präsentieren.

Derweil entsteht an der B13 nördlich von Hohenkammer gerade ein Rewe-Markt mit 1200 qm plus 400 qm Getränkemarkt und mit 90 Parkplätzen. Da stellt sich die Frage: Wieviele Supermärkte braucht die Region? Findet dabei womöglich eine gegenseitige Kannibalisierung statt? Und - wie weit dürfen solche Magnete vom Ortszentrum entfernt sein, ohne durch Abzug von Kunden dem dortigen Einzelhandel zu schaden?

Attraktives Angebot durch Konzentration
Einzelhandel im Innenort ist nur dann attraktiv, wenn er sich in einem fußläufig erreichbaren Gebiet konzentriert: Darüber besteht nicht nur im Gewerbeverein Einigkeit, auch Stadtplaner betonen das immer wieder. Im November 2012 wurde deshalb auf Antrag des Gewerbevereins vom Gemeinderat beschlossen, dass neuer Einzelhandel "in der Regel" nur im Ortskern zugelassen werden soll.

Um Unklarheiten auszuschließen, wurde dieser Ortskern vom Gemeinderat gleich mit definiert: Die Bahnhofstraße mit dem Bahnhofsvorplatz und dem Anfang der Lagerhausstraße, der Kreuzungsbereich Bahnhof-/Marbacher Straße, der Pertrichplatz und der Marktplatz, die Indersdorfer Straße bis zur Einmündung Kirchstraße, die Jetzendorfer Straße bis zum Hubertusweg und die Münchner Straße bis zur Einmündung Jahnstraße.

Der diskutierte neue Edeka-Standort an der Jetzendorfer Straße gegenüber der Siedlung am Sonnenhang wäre deutlich außerhalb dieses Gebiets. Er wirft auch wegen der schmalen Bahnunterführung Fragen zur Erreichbarkeit und zur Verkehrssicherheit auf.

Wie groß sind Edeka-Märkte typisch?
Edeka-Märkte gibt es in unterschiedlichen Größen, Petershausen liegt dabei mit rund 1000 qm im Mittelfeld:

Der Trend bei der Verkaufsfläche zeigt nach oben: Neu gebaute Edeka-Märkte haben heute größtenteils eine Verkaufsfläche zwischen 1200 und 3000 Quadratmeter. In den Regalen stehen zwischen 15000 und 25000 verschiedene Artikel.

Wichtiges Thema: Parkplätze
Parkplätze in unmittelbarer Nähe sind wichtig: Viel einzukaufen bedeutet auch, viel nach Hause zu tragen. Tiefgaragen und Parkhäuser sind bei vielen Kunden unbeliebt. Die jetzige Parkplatz-Situation beim Edeka in Petershausen und überhaupt im gesamten Ortskern ist zugegebenermaßen unbefriedigend. Das lässt sich nur sehr begrenzt ändern.

Aber: Das Bayerische Wirtschaftsministerium hat eine Studie [PDF] "Innerstädtischer Verkehr und Handel in bayerischen Klein- und Mittelstädten" erstellt. Sie zeigt, dass das Fahrrad an Bedeutung gewinnt - nicht zuletzt wegen der steigenden Beliebtheit von E-Bikes.
Lebensmittel werden mit dem Fahrrad heute schon ebenso häufig eingekauft wie mit dem Pkw. 80 % der Einkaufswege, die mit dem Pkw erledigt werden, sind kürzer als fünf Kilometer. Und die Hälfte der Einkäufe wiegt weniger als fünf Kilogramm.

Wenn nur die mit dem Auto kämen, für die Alternativen wie Fahrrad oder Fußweg nicht in Frage kommen, z.B. aus entfernten Ortsteilen oder wegen schwerer Getränkekisten, gäbe es überhaupt kein Parkplatzproblem. Zu Fuß oder per Fahrrad wird zwar weniger, aber dafür häufiger eingekauft, zeigt die Studie - und das Resultat sind frischere Lebensmittel.

Von Herwig Feichtinger, 17.02.16


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