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Energiedialog auch in Petershausen?
In der Gemeinderatssitzung am 18.12.14 wurden mehrere Bürgeranträge zum Thema Windkraft gestellt, über die der Petershausener Gemeinderat nun innerhalb von 3 Monaten befinden muss. Es geht um den Austritt der Gemeinde aus dem im Landkreis erarbeiteten "Teilflächennutzungsplan Windkraft", um den Ausschluss der umstrittenen Fläche bei Weißling als Konzentrationsfläche und nicht zuletzt um den Widerspruch der Gemeinde Petershausen als betroffene Nachbargemeinde gegen die Errichtung des verbleibenden Windrads bei Fahrenzhausen.

Martin StreiblWill man sich als Petershausener Bürger dazu eine Meinung bilden, lohnt es sich, den Fortschritt des Energiedialogs auf Landesebene zu betrachten. Einen Einstieg bietet das Schluss-Statement (PDF) zur 2. Sitzung der "Plattform Energie Bayern" von Ministerin Ilse Aigner vom 18.12.14. Dort wird klargestellt, dass Bayern im Zuge des Ausstiegs aus der Kernenergie zwei erhebliche Lücken in der Stromversorgung zu bewältigen hat: eine Stromerzeugungslücke und eine Kapazitätslücke.

Bei der Stromerzeugungslücke geht es um einen Fehlbetrag von 40 Terawattstunden (TWh) in der Menge der elektrischen Energie, die Bayern pro Jahr benötigt - d.h. es fehlen etwa 45 % des Jahresbedarfs. Die Kapazitätslücke bezeichnet dagegen einen Mangel in der gesicherten stetigen Versorgung mit einer fehlenden Leistung von bis zu 5 Gigawatt (GW). Eine sichere Stromversorgung zu jedem Zeitpunkt wäre nicht mehr gewährleistet.

Wie sollen diese Lücken geschlossen werden? Aigner stellt fest, dass die "Beiträge von Wasserkraft und Geothermie zur Stromerzeugung nicht wesentlich zu steigern" seien. Die Erwartung sei aber, "dass das bei Photovoltaik und Wind anders ist". Daraus könne sich "durchaus auch eine Veränderung bei der Stromerzeugungslücke ergeben".

Für die Bewältigung der Stromerzeugungslücke in Bayern sind Photovoltaik (PV) und Wind unter den wenigen verbliebenen Hoffnungsträgern. Tatsächlich zeigt die Auswertung des deutschlandweiten Energieerzeugungsmix 2014 des BDEW (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V.), dass die Erneuerbaren Energien 2014 zum wichtigsten Energielieferanten im Deutschen Strommix aufgestiegen sind und damit die Braun- bzw. die Steinkohle auf Platz zwei und drei und die Kernenergie auf Platz vier verdrängt haben.

Die Erneuerbaren Energien erreichten gemäß den vorläufigen Erhebungen des BDEW 2014 einen Anteil von 25,8 Prozent im deutschen Energiemix. Insgesamt lieferten die Erneuerbaren 157,4 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh). Den wichtigsten Beitrag leisteten mit 52,4 Mrd. kWh die Windenergieanlagen.

Was ist mit der Kapazitätslücke, d.h. der Lücke in der gesicherten Leistung? Das ist der Kernpunkt der nicht unberechtigten Bedenken, aber oft übertriebenen Angriffe gegen eine zunehmende Versorgung mit Erneuerbaren Energien. So fasst Aigner den Status Quo zusammen: "Einen Beitrag zur Schließung der Kapazitätslücke (gesicherte Leistung!) leisten die erneuerbaren Energien kaum." Auch der Beitrag der Speichertechnologien sei "mittelfristig gering". Hier liegen also die schwierigsten Aufgaben in den Punkten Netzausbau, Weiterentwicklung der Speichertechnologien und Bereithaltung schneller Schattenkraftwerke.

In Bayern stehen wir also vor zwei großen Versorgungsproblemen. Für das Kapazitätsproblem sind umfangreiche Investitionen und Entwicklungen notwendig, die weit über die kommunale Ebene hinausgehen.

Zur Lösung des Stromerzeugungs-Problems durch PV und Wind können wir aber auf Gemeindeebene ein Stück beitragen. Als Bürger muss man sich also fragen, ob es jetzt nicht an der Zeit ist, aktiv zu gestalten statt zu verhindern!

Von Martin Streibl, 18.01.15

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